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United Online ist der Arbeitstitel eines internetbasierten Verwaltungsprogramms für United. Es soll die Züge der Manager und die Auswertung des Spielleiters auf einer gemeinsamen Datenbasis verwalten und damit die Aufgaben der beiden Programme Teamchef von Pedl Rau und United/XY von Lukas Kautzsch und Michael Schröpl übernehmen, die seit rund 15 Jahren das Leben von Spielleitern und Managern nicht unwesentlich erleichtern.
Diese Idee habe ich hier erstmals Mitte 2004 vorgestellt. Zu dieser Zeit war auf der Spieleplattform Omido bereits ein solches Programm im regulären Einsatz: der Fußballmanager. Deshalb habe ich diesen Artikel noch einmal überarbeitet.
Der Hauptvorteil einer integrierten Softwarelösung für die Zugabgabe der Manager und die Auswertung durch den GM liegt in der Arbeitsersparnis für den GM. Bisher tippt der gemeine United-Manager seine Zugdaten brav im Teamchef ein, druckt sie dann aus und schickt sie seinem GM. Der darf dann alles wieder in United/XY eingeben. Bei vier 12er-Ligen und einem 128er Pokal sind das in der ersten Pokalrunde alleine 224 Aufstellungen. Diese für den GM sicher ermüdende "Busywork" liese sich mit einem internetgestützten Programm vermeiden, das den Managern bis zum automatischen ZAT einen Teamchef-ähnlichen Zugriff auf die eigenen Vereinsdaten ermöglicht und diese dann einem Programmteil für die Auswertung zur Verfügung stellt. Hat der GM die Auswertung abgeschlossen, die sich nun weitgehend auf das Schreiben der Spielkommentare beschränkt, werden die Vereinsdaten aller Manager aktualisiert und bis zum nächsten ZAT wieder für die Manager freigegeben.
Auch die Formatierung von Auswertungen und Saisoninfos direkt in HTML samt Ins-Netz-Stellen übernimmt der Rechenknecht gerne. Falls einige Manager nicht möchten, daß die Auswertungen öffentlich im Netz stehen, weitet man den ohnehin notwendigen Passwortschutz eben auf die Auswertungen aus, auch das sollte kein Problem sein. Und wo der GM nichts eintippt, können ihm auch keine Tippfehler unterlaufen.
Die Vorteile für die Manager sind weniger offensichtlich. Der Verwaltungsaufwand für seine Mannschaft ist praktisch der gleiche, nur das "Rundenende durchführen" macht das Programm automatisch. Aber die vielen Daten, auf denen so ein Programm sitzt, kann es natürlich auch für Statistiken aller Art verwenden, die es fertig formatiert nicht nur als Tabelle, sondern auch als Graphik direkt in die Auswertung montieren kann.
Welches Potential gerade in Details steckt, soll als Beispiel ein Gedankenspiel zu Kommentaren von Managern verdeutlichen: Die Manager können für jede Runde ein Textfeld für Presse und für jedes Spiel ein Textfeld für Spielkommentare ausfüllen und zusätzlich bei jedem Textfeld über eine Checkbox ankreuzen, ob der Kommentar nur für den GM bestimmt ist, anonym oder mit Namen veröffentlicht werden soll. Ob und wie der Kommentar veröffentlicht wird, übernimmt das Programm jetzt automatisch, wobei der GM bei der Auswertung die Möglichkeit zur Zensur hat. Welche dieser Möglichkeiten er überhaupt anbieten will, kann der GM selbstverständlich auch festlegen. Und die Abrechnung für Presse kann das Programm ja auch gleich mit übernehmen, falls der GM Presse honorieren will.
Sicherheit ist im Internet immer ein Thema. Wenn Manager durch Programmfehler (oder ungeschickte Passwortwahl des GM) Alle Daten des Ligasystems samt gegnerischer Aufstellungen ausspähen oder sogar verändern könnten, wäre das dem Spielspaß sicher nicht dienlich. Datenverluste und systematisch falsch berechnete Daten wären ebenfalls überaus unerfreulich, eine Möglichkeit für den GM, jeweils nach ZAT und nach der Auswertung alle Daten des Ligasystems herunterladen und im Bedarfsfall wieder hochladen zu können, scheint unverzichtbar zu sein.
Dateninkonsistenzen sind dank der pbm-Struktur von United dagegen leicht zu vermeiden, weil alle Manager bei ihren Zügen ausschließlich die Daten ihres eigenen Vereins verändern können. Daher muß nur verhindert werden, daß GM und Manager gleichzeitig in den Vereinsdaten herumwuseln.
Der Omido Fußballmanager hat konsequent Alles, was bei der United-Auswertung automatisierbar ist, automatisiert. Das beginnt beim Einstieg von Neumanagern, führt über die Auswertung der Spiele und endet bei den Spielberichten noch lange nicht. Das Programm macht den Spielleiter praktisch arbeitslos. Das Ganze funktioniert reibungslos, und auch ohne aktiven Spielleiter ist die Liga sehr lebendig, wie die vielen Regeldiskussionen im integrierten Forum zeigen.
So weit wollte ich mit United Online nie gehen. Aufgaben wie das Schreiben von Spielberichten oder die Auswertung der Gebote auf das GM-Angebot sollten dem Spielleiter zwar erleichtert, aber nicht abgenommen werden. Da United Online für Spielleiter frei verfügbar sein soll, müssen außerdem die Regeln der Partie in einem gewissen Rahmen konfigurierbar sein.
United Online wird in der Skriptsprache PHP entwickelt. Ursprünglich sollten alle Daten des Ligasystems mit United Online in Dateien gespeichert werden. Für den laufenden Betrieb hätte das sicher gereicht, weil die Datenmenge gering ist und die aten sehr strukturiert abgefragt werden können. Aber für Statistiken in reifen Ligasystemen könnte das ein Problem werden, und außerdem müllt die Serverfestplatte mit der Zeit ganz schön mit Dateien zu -- deshalb wird sich United Online in diesem Punkt am Omido Fußballmanager orientieren und die Daten ebenfalls in einer MySQL-Datenbank speichern. Um die Manipulationsmöglichkeiten übelmeinender Manager weitestmöglich zu beschränken, wird auf die Verwendung globaler Variablen verzichtet. Dies hat zur Folge, daß die Navigation in Unified Online nicht über Hyperlinks erfolgt (Die nur globale Variablen übergeben können), sondern über Schubladen (Submitschalter). Außerdem wird PHP 4.1.0. oder eine jüngere PHP-Version benötigt, da erst mit Version 4.1.0. die superglobalen Variablen eingeführt wurden, mit denen Unified Online arbeiten wird.
United Online ist noch weit von einem testfähigen Programm entfernt. Bisher existiert nur die grundlegende Datenverwaltung durch den Spielleiter, d. h. er kann ein Ligasystem anlegen und mit Vereinen und Spielern bevölkern. Alle unbedingt notwendigen Daten für ein OBERFOUL-System, sind vorhanden, so weit ich das beurteilen kann. Sämtliche Daten lassen sich natürlich auch verändern oder löschen. Die Oberfläche ähnelt stark der von Multirisiken, mit einer integrierten Dokumentation, die wie dort gleichzeitig als Hilfefunktion dienen soll. Zu allem Überfluß muß die Datenverwaltung noch von Dateien auf eine Datenbank umgestellt werden.
Der Datenzugriff für die Manager wird weitaus aufwendiger zu schreiben sein. Hier ist noch völlig offen, ob die Phaseneinteilung von Oberfoul vorgegeben wird oder die Phaseneinteilung konfigurierbar sein wird -- der zusätzliche Aufwand spricht eher gegen diese Funktionalität.
Dann fehlen natürlich auch noch die Berechnung aller Vorgänge während der Auswertung (vor allem die Spiele) und alle Vorgänge bei Runden- und Saisonende. Weil die Menge an Daten und Datenänderungen dadurch noch mal ordentlich aufgeblasen wird, steigt die Gefahr von Datenfehlern und -inkonsistenzen enorm und damit der Aufwand, selbige zu vermeiden. Zu guter Letzt sollen auch noch alle Programmteile brav zusammenarbeiten. Mit einer ersten Betaversion dürfte beim derzeitigen Entwicklungstempo daher vor 2010 nicht zu rechnen sein. Sollte also jemand anders sich an einem ähnlichen Projekt versuchen wollen, so möge er sich durch United Online nicht davon abhalten lassen.